Alle Dämmstoffe auf einen Blick

Als Dämmstoffe bezeichnet man Baustoffe, die aufgrund vieler Hohlräume ein großes Volumen bei geringem Gewicht haben und sich für die Dämmung eignen. Die ruhende zum Teil eingeschlossene Luft, die im Vergleich zu Festkörpern ein schlechter Wärmeleiter ist, bewirkt die wärmedämmende Eigenschaft dieser Materialen.
Wärmedämmstoffe besitzen eine niedrige spezifische Wärmeleitfähigkeit λ von kleiner 0,1 W/(m·K).

Dämmstoffe spielen eine wesentliche Rolle für eine energiebewußte Bauweise und tragen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes bei, der die Ursache für den künstlichen Treibhauseffekt und Klimaveränderungen ist.
Mit der Einsicht in die Notwendigkeit von Energieeinsparungsmaßnahmen, wächst die Bedeutung der Wärmedämmstoffe.

In Deutschland werden pro Jahr ca. 35 Millionen m³ Dämmstoffe verarbeitet. Auf dem Markt wird eine Vielfalt an Dämmstoffen für die verschiedensten Einsatzgebiete angeboten. Dämmstoffe werden aus den unterschiedlichsten Materialien (vom Altglas über Vulkangestein bis zur Schafwolle) und Formen (Filz, Platte, Schüttung usw.) hergestellt.
Leider gibt es jedoch nicht den idealen Dämmstoff. Synthetische Dämmstoffe stammen meist aus energieaufwendigen Herstellungsprozessen und die Rohstoffe dafür sind nur begrenzt verfügbar. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind nicht für jeden Einsatzzweck geeignet.

Weitere wichtige Eigenschaften für die Anwendung und Gebrauchstauglichkeit sind das Feuchtigkeitsverhalten, das Brandverhalten, die Schalldämmung und die Wärmespeicherfähigkeit. Neben den verbreitetsten Dämmstoffen, Mineralwolle und Hartschaumstoffen, nimmt in den letzten Jahren auch die Verwendung von ökologischen Dämmstoffen stetig zu.

Einblasdämmstoffe im Einzelnen

Kerndämmstoffe zum Einblasen: Kerndämmstoffe müssen nicht nur gut dämmen (WLG035 bis WLG050) sondern auch noch hydrophob (Wasser abweisend) und diffusionsoffen sein.

Perlite wird seit Mitte der 1970er Jahre verwendet, Marktführer ist die Knauf Perlite GmbH, die Perlite Hyperdämm Mineralkörnung (WLG 045) und Hyperlite KD (WLG050) über 12 Fachbetriebe in Deutschland verarbeiten lässt.

Als Einblasmaschine wird der druckluftbetriebene sog. Hypermat verwendet, der leider nicht mehr hergestellt wird.Mit dem geschlossenen Hypermat ist es im Vergleich zu Zellradschleusenmaschinen möglich, den Dämmstoff volumenbeständig einzublasen, ohne das Material zu beschädigen. Perlite für Kerndämmung hat ein Rohgewicht von ca. 65Kg/m³.

Weil es keine Hypermaten mehr am Markt gibt und die jenigen, die einen besitzen, ihn nicht hergeben, werden keine neuen Fachbetriebe zugelassen. Insgesamt gibt es in Deutschland ca. 15 Fachbetriebe, die eine Fachbetriebslizenz von der Knauf Perlite GmbH haben.

Andere Hersteller lassen ihre Perlite mit Zellradschleusenmaschinen einblasen, dabei stellt sich die Frage, in welchem Umfang das Material zerstört und das Volumen reduziert wird, da eine Zellradschleusenmaschine Perlite mechanisch belastet.

Mineralfasern (Steinwolle) als Einblasdämmstoff wird in Deutschland seit Beginn der 1980er Jahre verwendet, Marktführer ist Rockwool mit dem Produkt Rockwool KD (WLG040) für Kerndämmung, was im eingebauten Zustand ein Rohgewicht von 80 - 100 Kg/m³ hat.

Es gibt z.Zt. ca. 40 Fachbetriebe in Deutschland, die ein Fachbetriebszertifikat haben.

Als Einblasmaschinen werden Zellradschleusenmaschinen verwendet, die entweder nur mit Turbinengebläsen oder mit sog. Kolbenverdichter.

Da Mineralfasern hoch verdichtet eingebaut werden müssen, sind die Einblasmaschinen sehr viel robuster und stärker gebaut als herkömmliche Zellradschleusenmaschinen.

Außer Rockwool gibt es in Deutschland z.Zt. noch andere Hersteller, die eine bauaufsichtliche Zulassung für Kerndämmung beim deutschen Institut für Bautechnik haben.

Polystyrolgranulat als Einblasdämmstoff gab es in den 1980er Jahren schon mal, wegen offensichtlich großer Probleme bei der Verarbeitung und nicht ausgereifter Einblasmaschinentechnik verschwand PS wieder vom Markt.

Seit 2006 ist Rigips als ein großer Hersteller für PS-Dämmung mit dem Produkt Rigibead035 (früher RigiPerl035) am Markt erschienen. Wie im Markennamen zu lesen, hat Rigibead WLG035. Der Dämmstoff besteht aus fast schwarzen Perlen und hat ein Rohgewicht von ca.20 Kg/m³. Neben Rigips gibt es z.Zt. noch 3 andere Hersteller, die PS-Granulat  als Einblaskerndämmstoff anbieten.

Kork als Einblasdämmstoff für Kerndämmung ist ebenfalls am Markt erhältlich, wegen fehlender bauaufsichtlicher Zulassung wird hier nicht weiter auf den Dämmstoff eingegangen.

Silikatleichtschaum mit dem Markennamen SLS20 hat auch eine bauaufsichtliche Zulassung für Kerndämmung. Der Dämmstoff hat sich bisher aber am Markt nicht durchgesetzt, weil er zum einen nur selten verfügbar ist und zum andern bei der Verarbeitung große Probleme bereitet wegen des sehr leichten, hohen Staubanteils.

Auf Kerndämmstoffe aus Harnstoff- und anderen Schäumen wird hier nicht eingegangen, da die Technik nichts mit klassischer Einblasdämmtechnik zu tun hat. Es gibt mehrere Hersteller, die eine bauaufsichtliche Zulassung für Kerndämmung haben, die Schaumtechnik war immer eine Randerscheinung am Markt für nachträgliche Verfüllverfahren.

Nicht hydrophobe Einblasdämmstoffe

Dachschrägen, Geschoß-und Kellerdecken können mit Zellulose, Steinwolle oder Naturfasern im Einblasverfahren gedämmt werden, dabei sind die Wärmedämmeigenschaften von WLG 040 bis WLG 060 erhältlich.

Zellulose wird in Deutschland von ca. 14 verschiedenen Herstellern angeboten, der Marktführer ist Isofloc, der seit Ende der 1980er Jahre bekannt ist. Zellulose kann trocken eingeblasen oder befeuchtet angesprüht werden (CSO).

Am häufigsten wird trocken eingeblasen in geschlossene Hohlräume, dabei werden die Flocken mit einer Verdichtung von 30 - 100 Kg/m³ verarbeitet.

Das CSO-Verfahren wird bei z.B. bei Installationswänden eingesetzt. Wenn alle Haustechnikinstallationen wie Rohre, Kabel und Verteilungen fertig installiert sind, wird der

Zellulosedämmstoff feucht in alle Hohlstellen geblasen, danach wird das überstehende Material abgebürstet. Kirchengewölbe werden auch oft im CSO-Verfahren gedämmt.

Zellradschleusenmaschinen von dem Hersteller X-Floc werden zur Verarbeitung am häufigsten eingesetzt. Für das CSO-Verfahren ist ein zusätzliches Maschinenequipment erforderlich.